Personalien

Neuer DHM-Chef: Bald dürfen auch Repliken ins Zeughaus

Ein Kurswechsel steht dem Deutschen Historischen Museum (DHM) in Mitte bevor. Das kündigte der neue Stiftungspräsident Alexander Koch gestern vor seiner offiziellen Amtseinführung an.

Offene Kritik an seinem Vorgänger Hans Ottomeyer vermied er zwar, doch zugleich distanzierte sich der gelernte Prähistoriker vom Kult des Originals, den der Kunsthistoriker Ottomeyer gepflegt hatte. "Ich kann mir vorstellen, dass man eine Replik ausstellt, wenn man das Original nicht bekommt", sagte der 45-jährige Koch, der zuletzt sechs Jahre lang das Historische Museum der Pfalz geleitet hatte.

In der erst gut fünf Jahre alten Dauerausstellung will er "Schneisen in den Dschungel" schlagen und die Zahl von derzeit rund 8000 Exponaten reduzieren. Bereits 2012 werde man die neuen Akzente im barocken Zeughaus deutlich sehen. In den rund 8000 Quadratmetern Gesamtfläche der ständigen Ausstellung will er "Inseln" von 50 bis 200 Quadratmetern schaffen, die ganz aktuell laufenden "Diskursen" gewidmet werden sollten.

Erst für die Jahre 2018 bis 2020 dagegen plant Koch eine neu konzipierte Dauerausstellung, die dann der jüngeren Geschichte deutlich mehr Fläche als bisher einräumen soll - obwohl gegenwärtig schon die Hälfte des gesamten Erdgeschosses der Zeit seit 1919 gewidmet ist. Schon aus "haushalterischen Gründen" sei eine frühere Neukonzeption nicht möglich. Der Etatsprung von 22 auf 50 Millionen Euro im kommenden Jahr habe rein haushaltsrechtliche Gründe: "Wir werden Mieter in unseren Räumen", sagte Koch. Die laufenden Mittel für Ausstellungen sollen stabil bleiben.

( sfk )