Komödie

Erfolgsschriftsteller gibt Schreibkurs im Wellnesshotel

John von Düffel, der Mann mit der Professur für Szenisches Schreiben an der Berliner Universität der Künste sowie einem Dramaturgenvertrag am Deutschen Theater ebendort, John von Düffel also kann offenbar nur noch szenisch denken.

Sein neuer Roman "Goethe ruft an" zeigt das so exemplarisch, dass man ihn geradezu für ein, nun ja, Lehrstück halten kann. Das Problem ist nur: Er selbst hält es für eine Boulevard-Komödie in Prosa. Doch worum geht's?

Erfolgsschriftsteller ("Goethe") bequatscht erfolglosen befreundeten Kollegen, ihn bei einem Workshop zum Thema "Leichtschreiben" in einem Wellnesshotel zu vertreten. Der Angesprochene akzeptiert, verliert aber "Goethes" Mappe mit der Formel für den leicht errungenen Erfolg des geglückten Romans noch vor Kursbeginn - und alles geht schief. Die vier Kursteilnehmer tanzen ihm auf der Nase herum. Das alles führt ab und an zu witzigen Dialogen, die aber, wie der Text insgesamt, viel zu lang sind, weil der Autor jeden sprachlichen und inhaltlichen Effekt bis ins Letzte ausreizt. Als Roman ist es öd.

John von Düffel: Goethe ruft an. Dumont, 320 S., 19,99 Euro.