Historisches

Manipulation durch Fotografie in der Nazi-Propaganda

Ob Hitler auf dem Obersalzberg, Sportler beim Fackel-Ritual im Olympiastadion oder Soldaten an der Front - die selbst-heroisierenden Fotografien der Nazis kennen wir meist nur als kleine Schwarzweiß-Drucke in alten Geschichtsbüchern.

Kleine Ausschnitte aus einer Zeit, als Fernsehen noch Zukunftsmusik war und Fotografien eine viel stärkere suggestive Kraft auf ihren Betrachter hatten als heute. Fotografie und Stereoskopie standen maßgeblich im Dienste der nationalsozialistischen Propaganda.

Aus einem ganz neuen Blickwinkel präsentiert der Bildband "Das Gesicht der Diktatur - Das dritte Reich in 3D-Photos" die braune Epoche. Mit Computern im 3-D-Verfahren überarbeitetes Fotomaterial aus den Archiven der Bayrischen Staatsbibliothek rekonstruiert die Selbstinszenierung der Hitler-Diktatur. Die 88 dreidimensionalen Fotografien verdeutlichen - auf beeindruckende Weise - die vermeintliche Erhabenheit des NS-Regimes und seiner Akteure. Die Wortbeiträge von Michael Wolffsohn und des Herausgebers Ralf Georg Reuth entlarven die Fotografien als das, was sie einst waren: Ein subtiles, raffiniertes Instrument im Dienste der Volksverführung.

Ralf Georg Reuth (Hg.): Das Gesicht der Diktatur. Pendo Verlag, 208 Seiten, 14,99 Euro. mit 3-D-Brille