Prozess in Köln

Kunstfälscher: Von den Millionen blieb kaum etwas übrig

Die Angeklagten im Kölner Kunstfälscherprozess haben die ergaunerten Millionen nach eigenen Angaben größtenteils verbraucht, in Immobilien gesteckt und in der Finanzkrise verzockt. "Ich bin völlig blank", sagte der Hauptangeklagte Wolfgang Beltracchi gestern im Kölner Landgericht.

Einen Monat vor ihrer Festnahme hätten er und die mitangeklagte Helene Beltracchi im Sommer 2010 aber etwa eine Million Schweizer Franken über eine panamesische Gesellschaft "beiseiteschaffen wollen", geht aus den im Prozess verlesenen Strafakten hervor. "Das ist das einzige Geld, was ich abgezweigt habe", sagte Beltracchi dazu. Das Geld wurde in der Schweiz beschlagnahmt.

Beltracchi und sein mitangeklagter Komplize Otto S.-K. brachten bereits in den 80er Jahren gefälschte Bilder auf den Markt. Ende der 90er stiegen sie wieder in das Betrugsgeschäft ein. Als vierter und letzter Angeklagter legte Otto S.-K. ein Geständnis ab. Er habe pro verkauftes Bild 20 Prozent Provision kassiert. Die Angeklagten sollen nach neuen Angaben des Gerichts 53 gefälschte Gemälde von Künstlern wie Max Ernst und Max Pechstein in den internationalen Kunstmarkt geschleust haben. Allein für die 14 zur Anklage stehenden Fälschungen kassierten sie nach Erkenntnissen der Ermittler mindestens 16 Millionen Euro.