Frankfurt

Buchmesse eröffnet mit weit über 7000 Ausstellern

Die Frankfurter Buchmesse entwickelt sich nach Ansicht ihres Direktors Juergen Boos immer mehr zu einem Treffpunkt von Kreativen aus den Bereichen Buch, Film und Spielen. Die fortschreitende Digitalisierung in Verbindung mit innovativen Technologien verändere zunehmend die Mediennutzung und mache branchenübergreifendes Denken notwendig, sagte Boos am Dienstag bei der Eröffnung.

Nach Angaben von Boos werden vom 12. bis 16. Oktober zu der weltgrößten Messe ihrer Art rund 7400 Aussteller aus 106 Ländern und rund 280 000 Besucher erwartet. Von den etwa 3200 Veranstaltungen richten sich etwa zwei Drittel an alle Besucher.

Der Ehrengast Island ist mit 40 Autoren vertreten, darunter der diesjährige Träger des Nordischen Literaturpreises, Gyrdir Eliasson. Darüber hinaus haben die Autoren Boualem Sansal, Jussi Adler-Olsen, Umberto Eco und Mario Vargas Llosa ihr Kommen zugesagt. Nicht die Autoren des kargen Eilandes mit seinen nur 320 000 Einwohnern stehen im Mittelpunkt, sondern die Leser: Dazu haben die Organisatoren des Gastlandauftritts mit Hilfe von Facebook nach Bildern von privaten Bibliotheken gesucht. "Tausende sind dieser Aufforderung gefolgt", sagt Halldór Gudmundsson, der für die 2,7 Millionen Euro teure Präsentation seines Landes auf der weltgrößten Bücherschau verantwortlich ist.

Neben den 30 isländischen Lesern, die sich auf den Videoleinwänden vorstellen, gibt es eine lange Wand mit Hunderten von Fotos von Privatbibliotheken. Rundherum laden den Besucher geschmackvolle Möbel und Sofas zum Verweilen ein - und die zahlreichen Bücher der isländischen Autoren fehlen im Pavillon natürlich auch nicht. Mehr als 200 Neuerscheinungen sind bei deutschen Verlagen zur Buchmesse erschienen, rund 30 isländische Autoren sind nach Frankfurt auf die Messe gekommen. In keinem Land wird - auf die Einwohnerzahl gerechnet - mehr gelesen und geschrieben. Vor allem im Winter werden die Leselampen angeworfen. "November und Dezember sind für uns Lesezeit", sagt Einar Kárason ("Die Goldinsel"), einer der international bekanntesten isländischen Autoren.

Zur Eröffnung der Buchmesse sprachen am gestrigen Abend unter anderen Bundesaußenminister Guido Westerwelle (FDP), der isländische Staatspräsident Olafur Ragnar Grimsson und die bekannten isländischen Autoren Arnaldur Indriason und Gudrún Eva Minervudóttir. Der Vorsteher des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels, Gottfried Honnefelder, sagte, nach Brancheneinschätzung werde der Buchmarkt bis 2025 wachsen. Auch der "Buchhändler um die Ecke" werde weiterhin gefragt sein, die Hälfte des Gesamtumsatzes werde auf dieses "stationäre Sortiment" entfallen.