Fernsehen

Karola Wille soll zur MDR-Intendantin aufrücken

Die 52-jährige Chemnitzerin Karola Wille soll nach dem Willen des MDR-Verwaltungsrates neue Intendantin der Dreiländeranstalt werden.

Das Gremium nominierte die Justiziarin am gestrigen Sonntag bei einer Sondersitzung im thüringischen Gera einstimmig für die Nachfolge des scheidenden Intendanten Udo Reiter (67).

Die Justiziarin ist seit 1991 beim MDR beschäftigt und seit 2003 stellvertretende Intendantin. Sie ist unter anderem Mitglied im Digital-Ausschuss von ARD und ZDF, leitete die Verhandlungsgruppe "Kabel/DSL" für die beiden öffentlich-rechtlichen Sender und ist für die ARD Verhandlungsführerin mit der Produzentenallianz. Im MDR leitet sie zudem die Arbeitsgruppe "Digitale Zukunft".

Der Vorsitzende des Verwaltungsrates, Gerd Schuchardt, nannte Wille nach der Sitzung in Gera eine "eine kompetente und engagierte Führungspersönlichkeit". Wille sehe ihre Aufgabe unter anderem darin, die MDR-Angebote zukunftsfähig zu machen und dabei junge Menschen wieder stärker zu berücksichtigen. Zudem wolle sie dafür sorgen, "dass der MDR durch einen transparenten, glaubwürdigen und nachhaltigen Aufklärungsprozess vor dem Hintergrund der jüngsten Ereignisse wieder zur Ruhe kommt". Die Amtszeit beträgt sechs Jahre.

Vermutlich am 23. Oktober wird sich Karola Wille im Rundfunkrat zur Wahl stellen. Auch in diesem Gremium benötigt sie mindestens eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Der erste Personalvorschlag des Gremiums, Chefredakteur Bernd Hilder von der "Leipziger Volkszeitung", war Ende September an der Zweidrittel-Mehrheit im Rundfunkrat gescheitert.

( epd )