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Ich lese gerade ... Peter Hacks: Hundert Gedichte

Martin Buchholz (69), Kabarettist und Buchautor : Ich halte es eigentlich mit dem ollen Tucholsky, der meinte: "Das bisschen, was ich lese, schreibe ich mir selbst." Ein großer Vor-Schreiber für mich und meine Bücher war und ist Peter Hacks, dessen Werk "Hundert Gedichte" ich jedem ans Hirn und ans Herz legen möchte. In den 60er und 70er Jahren war Hacks einer der meist gespielten Dramatiker auf deutschsprachigen Bühnen. Er hat aber auch ganz entzückende Kinderbücher und die superbe, witzige Streitschrift "Gewisse Geheimnisse: Von Nutzen und Nachteil der Pornographie" geschrieben. Und er war eine stinkrote Socke, daher muss man nicht unbedingt in jedem Punkt mit ihm übereinstimmen. Im vorliegenden Gedichtband erweist er sich als klassischer Dichter im strengen Goetheschen Sinne, doch voll abgefeimter Ironie. Ein formidables Nachwort von Wiglaf Droste erhöht den Genuss für alle, die noch Spaß am Denken und Lieben haben.

Peter Hacks : Hundert Gedichte, Eulenspiegel Verlag, 184 Seiten, 12,90 Euro.