Analyse

Ulrich Wickerts Plädoyer für alte soziale Werte

"Redet Geld, schweigt die Welt. Was uns Werte wert sein müssen" heißt Ulrich Wickerts neues Buch. Im Kern geht es ihm um ein ethisches Problem: Wickert will zeigen, dass die rücksichtslose Durchsetzung der Gewinnmaximierung nicht nur moralisch anfechtbar, menschlich unsympathisch ist - sondern auch der Sache selbst, will sagen der wirtschaftlichen Kraft, abträglich.

Seit Jahren schon predigen Finanzgewaltige: Wenn's ums Geld geht, muss man den Egoismus zur Tugend erheben. Doch Wickert ist vom Gegenteil überzeugt. Am Beispiel von großen Unternehmern kann er zeigen, dass gerade dort die Geschäfte florieren, wo Anstand, Ehrlichkeit, Hilfsbereitschaft und Solidarität herrschen. Dazu fällt ihm nicht nur der immer gern zitierte Robert Bosch ein. Insgesamt hält Wickert die sozialen Tugenden für ein gutes Abwehrmittel gegen Nebelwerfer aus der Hochfinanz.

Ulrich Wickert : Redet Geld, schweigt die Welt. Hoffmann u. Campe, Hamburg. 206 Seiten, 21 Euro.