Zukunft

Weltbild-Verlag: Zieht sich die katholische Kirche zurück?

Die deutschen Diözesanbischöfe haben sich gestern mit der Zukunft des kircheneigenen Weltbild-Verlages befasst.

Ein Sprecher der Deutschen Bischofskonferenz bestätigte, dass die Debatte über die Verlagsgruppe Thema bei der Vollversammlung des Verbandes der Diözesen Deutschlands im Würzburger Kloster Himmelspforten sei. In welche Richtung die Diskussion gehe, könne er nicht sagen. Die Augsburger Verlagsgruppe steht in der Kritik, weil sie unter anderem auch erotische und esoterische Literatur vertreibt. Der Kölner Kardinal Joachim Meisner hatte am Wochenende gefordert, die Kirche müsse sich von dem Unternehmen "radikal trennen".

Der Augsburger Weltbild-Verlag mit einem Jahresumsatz von mehr als 1,6 Milliarden Euro gehört der katholischen Kirche. Insgesamt arbeiten 6400 Menschen für den Medien-Konzern. Der heutige Weltbild-Verlag wurde 1948 als Winfried-Werk GmbH in Augsburg gegründet. Im Lauf der Jahre wurde aus dem katholischen Nachkriegs-Unternehmen ein Verlag mit eigenem Versandhandel und Beteiligungen an Firmen wie der Verlagsgruppe Droemer Knaur (50 Prozent) oder dem Internethandel buecher.de (33). Außerdem ist Weltbild an einem Tochterunternehmen beteiligt, das Buchhandlungen unter verschiedenen Markennamen betreibt - neben den Weltbild-Läden zählen dazu auch die Hugendubel-Filialen.