Porträt

Die Stevensons und ihre Abenteuer in der Südsee

Im März 1880 hatte Fanny Vandegrift in San Francisco einen Todkranken geheiratet: Robert Louis Stevenson, erfolgloser Schriftsteller, zehn Jahre jünger als sie, war lungenkrank - das Projekt der frischgebackenen Mrs. Stevenson war nicht zuletzt, ihren Mann am Leben zu halten.

Und das notfalls auch am Ende der Welt - in diesem Fall: nahe Apia, ein kleiner Ort auf Upolu, einer der Samoa-Inseln östlich von Fidschi. Hier konnte Stevenson freier atmen; hierher siedelte man 1890 über. Sie, eine unkonventionelle Frau mit eigenen künstlerischen Ambitionen, schrieb in Vailima, wie der Stevenson-Wohnsitz genannt wurde, Tagebuch; er, mittlerweile berühmter Autor der "Schatzinsel", schrieb lieber Briefe, die Fannys Südsee-Tagebuch schon bei seinem ersten Erscheinen 1956 ebenso ergänzten wie hier, in der ersten deutschen Ausgabe der Texte, die vom Leben der Stevensons als Südsee-Pioniere erzählen, vom Miteinander und schließlich in die Beschreibung eines gewaltsamen Kolonialkonflikts münden.

Fanny und Robert Louis Stevenson: Südseejahre. Eine ungewöhnliche Ehe in Tagebüchern und Briefen. Mare Verlag, 398 S., 34 Euro.