Architektur

Tollhaus Elbphilharmonie kommt vor Gericht

Später, teurer, absurder: Der Bau der Hamburger Elbphilharmonie nimmt immer neue Dimensionen an. Frühen Planungen zufolge müsste der Prestigebau, der einmal zu den zehn besten Konzerthäusern weltweit zählen soll, eigentlich in diesen Tagen fertiggestellt werden.

Doch auf der spektakulärsten Baustelle im Norden herrscht weitestgehend Stillstand. Eine Eröffnung ist frühestens 2014 in Sicht. Von Freitag an streiten die Stadt Hamburg und der Konzern Hochtief vor Gericht. Es geht um permanente Verzögerungen und um Millionenforderungen.

"Wir kämpfen mit offenem Visier", hatte Kultursenatorin Barbara Kisseler (parteilos) bereits im Kulturausschuss angekündigt. Ziel sei, die Elbphilharmonie so schnell wie möglich und in der geforderten Qualität fertigzustellen. "Wir werden die wirtschaftlichen Interessen der Stadt wahren", verspricht Kisseler.

Die Hansestadt beziffert die aktuelle Bauzeitverlängerung mit 14 Monaten, drei davon nimmt sie auf ihr Konto - schließlich hatte es Planungsänderungen gegeben. Für die verbleibenden elf Monate will die Stadt Hochtief eine ordentliche Rechnung schreiben: Pro Tag Verzögerung soll der Konzern 200 000 Euro zahlen.

Wie viel der Steuerzahler letztendlich bezahlen wird, ist noch völlig offen. Laut der ersten Machbarkeitsstudie sollten es 77 Millionen Euro sein. Zuletzt lag der öffentliche Anteil bei mindestens 323 Millionen Euro. Die endgültige Summe ist aber weiter unklar. Unterdessen herrscht auf der Baustelle weitestgehend Ruhe. Der Essener Baukonzern hatte die Arbeiten an dem komplizierten Tragwerk des Daches aufgrund von Sicherheitsbedenken eingestellt.