Prozess

Ai Weiwei will Steuerschuld zahlen und Berufung einlegen

Der chinesische Künstler und Regimekritiker Ai Weiwei will seine Steuerschulden innerhalb der Rückzahlungsfrist begleichen. Erst nach Zahlung könne er in Berufung gehen, sagte der 54-Jährige in einem ARD-Interview laut einer Vorabmeldung.

Ai Weiwei bezweifelte, dass er nach Begleichung der Schulden ein freier Mann sein werde. "Sie können mir jederzeit wieder etwas vorwerfen", sagte er mit Blick auf die chinesischen Behörden, die ihm der Steuerhinterziehung beschuldigt und eine Summe von umgerechnet 1,7 Millionen Euro gefordert hatten. Bei Nichtzahlung drohen ihm bis zu sieben Jahre Haft.

Ai Weiwei bestreitet die Steuerhinterziehung. Bis heute hätten die chinesischen Behörden keine Beweise vorgelegt. Er habe jegliches Vertrauen in das Rechtssystem der Volksrepublik verloren. Von der Hilfsbereitschaft seiner Mitbürger zeigte sich Ai Weiwei überwältigt. Er wertete sie als Zeichen der moralischen Unterstützung und Hoffnung für China. "Wenn man will, dass sich diese Gesellschaft zu einer demokratischen Zivilgesellschaft entwickelt, dann bedarf es der Mithilfe jedes Einzelnen", sagte der Künstler.