Geschichte

Geschäfte mit einer langen Tradition sind selten in Berlin

Berlin hat nicht allzu viele Traditionsgeschäfte. Schuld daran sind Krieg, Verfolgung, die Teilung und der Bevölkerungsaustausch.

Zwischen 1990 und 2010 haben Hunderttausende Berliner die Stadt verlassen; eben so viele sind hierher gezogen. Anders als etwa Wien ist Berlin immer im Werden. Das hat nicht nur Vorteile. Wo etwa gibt es in der Stadt noch ein hundert Jahre altes Café, das noch so aussieht wie damals? Mindestens eines werden die Leser von Sabine Zimmers und Claire Laudes Buch "Berliner Jahrhunderländen" nennen können. Die Autorin und Fotografen haben Berlin von Wedding bis Weißensee, von Friedenau bis Friedrichshain durchstreift und alle Geschäfte aufgestöbert, in denen Familien seit Jahrzehnten ihre handwerkliche Kunst im Dienste der Kunden nachgehen, etwa Erich Hamanns Geschäft für bittere Schokoladen (seit 1912) oder die Pantoffelmanufaktur Jünemann (seit 1927) in Mitte. Ein Buch für Nostalgiker.

Sabine Zimmer und Claire Laude : Berliner Jahrhundertläden. Lehmstedt. Berlin. 139 S., 19,90 Euro.