Rechtsradikaler Theaterchef

Akademie-Protest gegen Budapest

Die Akademie der Künste in Berlin hat "entschieden" gegen die Ernennung rechtsradikaler Theaterchefs in Budapest protestiert. Das schädige nachhaltig das Ansehen der Kulturnation Ungarn in der Welt, hieß es in einem öffentlichen Brief an den Budapester Oberbürgermeister István Tarlos.

Damit schloss sich die von dem Plakatkünstler Klaus Staeck geführte Akademie den zahlreichen Protesten an, die sich gegen die Ernennung des bekennenden Antisemiten István Csurka und seines Gesinnungsgenossen György Dörner an die Spitze des Budapester Neuen Theaters richten. "Die antisemitische Einstellung des Politikers und Schriftstellers Csurka und die profaschistische Jobbik-Nähe des Theatermannes Dörner sowie die bekundete Absicht des Letzteren, das Neue Theater zu einem 'Heimatfront Theater' im Kampf gegen freiheitliche Überzeugungen umzufunktionieren, widerspricht massiv dem Geist der europäischen Kulturgemeinschaft", hieß es von der Akademie. Unter dem rechtsnationalen Ministerpräsidenten Viktor Orban vollzieht sich in Ungarn derzeit eine Kulturrevolution. Theaterposten werden mit Rechtsradikalen besetzt, Medien von treuen Parteigängern kontrolliert.