Bühne

Dem Staatstheater in Schwerin droht die Insolvenz

Dem Mecklenburgischen Staatstheater in Schwerin droht eine unheilvolle Premiere: Erstmals könnte in der Nachkriegsgeschichte der Bundesrepublik eine Staatstheater GmbH in Insolvenz geschickt werden, befürchtet die Deutsche Orchestervereinigung (DOV).

"Ich neige nicht zu übertriebenem Alarmismus", sagte der Geschäftsführer der Orchester-Gewerkschaft, Gerald Mertens, in Berlin. Aber dass eine öffentlich finanzierte Theater-GmbH in Insolvenz geht, das habe es noch nicht gegeben. In Berlin sei zwar 1993 das Schiller-Theater geschlossen worden, doch seien die Beschäftigten Staatsbedienstete gewesen und "aufgefangen" worden. Das sei bei einer GmbH aber nicht der Fall. Die Arbeitgeberseite, der Deutsche Bühnenverein, fordert für das Schweriner Theater einen "Rettungsschirm", um die Zahlungsunfähigkeit abzuwenden. Trete diese erst mal ein, sei Geschäftsführer Joachim Kümmritz verpflichtet, innerhalb von drei Wochen den Insolvenzantrag zu stellen, sagte Joachim Benclowitz vom Bühnenverein. Am Mittwoch tagt der Aufsichtsrat der Staatstheater GmbH. Haupttagesordnungspunkt: Die wirtschaftliche Situation des Hauses. Dem Mecklenburgischen Staatstheater mit einem Jahresetat von 22 Millionen Euro fehlen nach Angaben einer Sprecherin rund eine Million Euro.

( dpa )