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Ich lese gerade ... Luis Sepúlveda: Der Schatten dessen, was wir waren,

Jörg Braunsdorf (51), Tucholsky Buchhandlung, Tucholskystr. 47, Mitte: Bekannt wurde der chilenische Autor Luis Sepúlveda durch seinen Roman "Der Alte, der Liebesromane las". Sein aktueller Roman "Der Schatten dessen, was wir waren" spielt in Chile 35 Jahre nach Pinochets Putsch. Einige Freunde, die unter Präsident Allende politisch aktiv waren, treffen sich und schwelgen in Erinnerungen. Ihre Rückblenden werden dabei immer wieder durch gegenwärtige Geschehnisse unterbrochen. Die Aktivisten von einst sind heute längst müde und glatzköpfige Herren. Sie warten auf einen vierten im Bunde, mit dem sie einen spektakulären Einbruch planen. Das Buch geht spielerisch mit Geschichte um, verklärt keine Erinnerungen, sondern zeigt, das nichts stehen bleibt. Unversehens entwickelt sich daraus ein humorvoller Krimi, der sehr viel Spaß macht. Ein intelligenter, warmherziger Roman.

Luis Sepúlveda: Der Schatten dessen, was wir waren, Rotpunktverlag, 162 Seiten, 18 Euro.