Haushalt

Kulturabbau Ost: Leipzig und Schwerin drohen Schließungen

Bei den großen Kulturbetrieben in Leipzig droht eine Finanzierungslücke. Das geht aus einem Gutachten der Kulturberatungsfirma actori hervor, das gestern vorgestellt wurde.

Demnach fehlen für die Finanzierung von Oper, Gewandhaus, Centraltheater und Theater der Jungen Welt in der Spielzeit 2014/15 etwa 5,7 Millionen Euro, wie Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) mitteilte. Grund seien Tarifsteigerungen und Inflation. Die bisherigen Zuschüsse in Höhe von rund 72 Millionen würden nicht mehr ausreichen.

Laut Gutachten kann die Finanzierung der vier Kultureinrichtungen langfristig nur durch Schließungen, Personalabbau, Streichung von Produktionen oder durch die Zusammenlegung von Programmsparten gesichert werden. Ein überraschendes Ergebnis der Gutachter: Die verschiedensten Fusionen von jeweils zwei der vier Häuser führten vergleichsweise zu nur geringen Einspareffekten. Das größte Sparpotenzial liege bei der Schließung von Programmsparten. So könnten mit der Streichung der Ballettsparte 6,3 Millionen Euro und mit der Schließung der gesamten Operettensparte 10,3 Millionen Euro gespart werden.

Schlechte Nachrichten auch aus Schwerin: Im Etat des Mecklenburgischen Staatstheaters klafft ein Millionenloch. Laut "Schweriner Volkszeitung" muss das Theater Ende November in Insolvenz gehen, wenn es keine Hilfe vom Land erhalte. Das Schweriner Theater (Etat 2010: 22 Mio. Euro) erhält nach eigenen Angaben 17,7 Mio. Euro Zuschüsse.

( dpa )