Musik

Mozart-CD soll für mehr Sicherheit im Straßenverkehr sorgen

Die klassische Musik bekommt nach dem Willen von Peter Ramsauer eine ganz neue Funktion in unserer Verkehrsgesellschaft. Dafür hat sich der Bundesverkehrsminister sogar selbst ans Klavier gesetzt und Mozart eingespielt. Die neue Klassik-CD "Adagio im Auto" will er in der nächsten Woche vorstellen, er weiß dabei die Autoversicherer an seiner Seite.

Als "eine Verkehrssicherheitsaktion mit künstlerischen Mitteln" wird das Projekt angepriesen. Die CD enthält ausschließlich langsame Mittelsätze aus Mozarts Klavierkonzerten und folgt damit Untersuchungen, wonach ruhige, klassische Musik zu einer entspannteren Fahrweise und damit zu einer verbesserten Sicherheit im Straßenverkehr führt.

Das Musikgenie Mozart ist für solche Untersuchungen und Hoffnungen immer gut. Bereits Anfang der Neunzigerjahre wurde in den USA der "Mozart-Effekt" ausgemacht. Zunächst fanden die Wissenschaftler heraus, dass sich mit einem Mozart-Klavierkonzert der Intelligenzquotient steigern ließe. Die Menschheit schöpfte neue Hoffung, vor allem die Kinder wurden jetzt Mozart ausgesetzt, was in Florida sogar gesetzlich für öffentliche Kindergärten erlassen wurde. Die Japaner erweiterten das Beschallungsspektrum auf Kinder und Rinder. Die edlen Kobe-Rinder sollen natürlich nicht intelligenter, aber zarter im Geschmack werden. Dazu gehören tägliche Körperpflege, Massage und eine Ration Sake.

Aber so weit will das neue Berliner CD-Projekt nicht gehen. Klar, Alkohol gehört nicht ans Steuer. Manchem Einheimischen wird der Orchestersound vertraut vorkommen. Kein Wunder, Stephan Frucht hat das Orchester der Deutschen Oper dirigiert. Weitere Solisten - neben Ramsauer - sind das Klavierduo Stenzl, Lars Vogt und Christoph Eschenbach. Gute Namen. Was schon mal künstlerisch beruhigend ist.