Literatur

Wie man Umfragen verzerrt: Heute über das E-Book

Anschaulich zeigt der "Stern", wie man einer Meldung einen maximal negativen Dreh geben kann.

Demnach würden "nur 15 Prozent der Bürger künftig Bücher auch in digitaler Form kaufen" wollen, "die überwältigende Mehrheit (85 Prozent) interessiert sich nicht dafür", schreibt das Magazin und beendet den Absatz mit einem verschnupften Na-Siehste-Mal-Tonfall: "Dabei war erst kürzlich auf der Frankfurter Buchmesse der baldige Durchbruch dieser Technologie prognostiziert worden."

Die Meldung jedoch ist sehr gut für die E-Book-Branche - immerhin 15 Prozent sind für digitale Bücher offen. Das ist extrem viel, denn knapp die Hälfte der Bevölkerung kauft ohnehin nie ein Buch und ist dafür wohl auch nicht in elektronischer Version zu begeistern. Von der relevanten Bevölkerung also ist grob gerechnet ein Drittel interessiert. Und die Erfahrung von Amazon in den USA zeigt, dass gerade Vielleser oft zum E-Book greifen.