Stadtplanung

Kunsthalle: Kaum beschlossen, wird das Projekt schon kritisiert

Eigentlich war die Kunsthalle schon zu den Akten gelegt worden. Dieses Lieblingsprojekt des auch für Kultur zuständigen Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) stieß beim alten Koalitionspartner Linkspartei und den eigenen Genossen auf wenig Gegenliebe.

Aber jetzt sitzt die CDU am Verhandlungstisch - und die Chancen sind wieder gestiegen: Die künftige Regierungspartei machte sich für die Kunsthalle stark - was Wowereit mit einem Schmunzeln kommentiert haben soll. Damit das Projekt gewissermaßen einen CDU-Anstrich bekommt, soll es durch bürgerschaftliches Engagement befeuert werden. Und den Landeshaushalt mit weniger als den bislang veranschlagten 30 Mio. Euro belasten. Wo die Schmerzgrenze liegt, ließ der kulturpolitische Sprecher Michael Braun (CDU) offen.

Von einer Kunsthalle überzeugt werden müssen allerdings nicht nur Förderer, sondern auch die Künstler selbst. Sie sollen diesmal frühzeitig in das Projekt eingebunden werden, damit die Akzeptanz größer wird. Das wird nötig sein, denn prompt kam gestern Kritik vom Berufsverband der Bildenden Künstler: "Eine privat finanzierte Investorenkunsthalle, deren laufende Kosten nach ihrem Bau aber dennoch aus dem Kulturhaushalt finanziert werden sollen, ist das Letzte, was die Berliner Kultur braucht."