Rundfunkrat

Karola Wille als neue MDR-Intendantin gewählt

Die Justiziarin Karola Wille wird neue Intendantin des MDR.

Der Rundfunkrat wählte sie mit 32 von 39 abgegebenen Stimmen zur Chefin der Dreiländeranstalt für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, gab ein Sprecher des Senders bekannt. Die 52-jährige Chemnitzerin war einzige Kandidatin. Sie ist seit 1991 beim MDR beschäftigt und seit 2003 stellvertretende Intendantin. Sie ist unter anderem Mitglied im Digital-Ausschuss von ARD und ZDF, leitete die Verhandlungsgruppe "Kabel/DSL" für die beiden öffentlich-rechtlichen Sender und ist für die ARD Verhandlungsführerin mit der Produzentenallianz. Im MDR leitet sie zudem die Arbeitsgruppe "Digitale Zukunft".

Die Honorarprofessorin für Medienrecht an der Universität Leipzig hat eine Tochter. Wille werden viele Sympathien unter den MDR-Mitarbeitern nachgesagt. Aufgrund ihrer Ausbildung als Juristin zu DDR-Zeiten und ihrer anschließenden wissenschaftlichen Tätigkeit war ihre Nominierung aber von DDR-Opferverbänden kritisiert worden.

Der MDR war zuletzt oft in die Schlagzeilen geraten. Im Kinderkanal KI.KA, für den der Sender die Federführung hat, hatte ein leitender Mitarbeiter mehr als acht Millionen Euro veruntreut. Die Staatsanwaltschaft ermittelt zudem seit Juli gegen den suspendierten Unterhaltungschef Udo Foht. Ihm wird Bestechlichkeit, Betrug und Untreue vorgeworfen. Der MDR hatte Foht suspendiert, nachdem bekanntgeworden war, dass dieser eine Produktionsfirma auf Briefpapier des MDR aufgefordert hatte, einen fünfstelligen Betrag an eine Berliner Firma zu überweisen.