Tanz- und Theaterfestival

"spielzeit europa": Abschied mit einer Uraufführung

Alles wird Thomas Oberender, ab Januar 2012 Chef der Berliner Festspiele, wohl nicht anders machen. Zumindest nicht gleich am Anfang. Einige künstlerische Leiter der unter dem Dach der Festspiele organisierten Reihen bleiben.

Auch die "spielzeit europa", das internationale Tanz- und Theaterfestival, das gewissermaßen einen Gegenpol zum Theatertreffen bilden soll, will Oberender fortführen. Allerdings unter neuer Leitung. Für Brigitte Fürle ist es nach sechs Jahren die letzte Saison. Sie steht in diesem Jahr unter dem Motto "Veränderbare Welten" - und hat eigentlich schon begonnen mit der Deutschlandpremiere eines tunesischen Theaterstücks, das die Veränderungen im Land geradezu visionär auf der Bühne zeigte.

Offiziell eröffnet wird das Festival am 6. Oktober im Haus der Berliner Festspiele mit der Uraufführung von "Le Savali: Berlin". Unter der Regie des Choreografen Lemi Ponifasio (der aus Samoa stammt und überwiegend in Neuseeland lebt) arbeiten Künstlern aus dem Südpazifik mit Sängern, Tänzern und Musikern aus Neukölln und anderen Bezirken zusammen, wie gestern auf einer Pressekonferenz im Festspielhaus betont wurde.

Ebenfalls in Berlin probt derzeit der italienische Regisseur Antonio Latella. Er inszeniert das Koltès-Monologstück "Die Nacht kurz vor den Wäldern" mit Schauspieler Clemens Schick, Premiere ist am 13. Oktober auf der Seitenbühne. Bis Ende Januar läuft das Festival, ein Höhepunkt ist sicherlich "Zwischenfälle", die gefeierte Burgtheater-Inszenierung von Andrea Breth, deren Nichteinladung zum Theatertreffen in diesem Mai auf großes Unverständnis stieß.