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72 000 Taler waren nicht genug: Ein Blick auf die Neue Wache

Laurenz Demps ist einer der profiliertesten Kenner der Berliner Stadtgeschichte. Der emeritierte Professor der Humboldt-Universität hat zahlreiche Bücher zur Geschichte Berlins veröffentlicht. Alle lohnen die Lektüre.

Nun widmet sich Demps der Geschichte der Neuen Wache von ihrem Ursprung als königliches Wachhaus für die Garde, die das Stadtschloss bewachte, bis zur heutigen Gedenkstätte. Demps wertet dazu nicht nur Architekturzeichnungen aus, sondern präsentiert auch seltene Fotos, die das Innere der Wache als schlichten Aufenthaltsraum zeigen. Demps geht zudem weit über die bloße Geschichte dieses von Schinkel entworfenen Gebäudes hinaus und beschäftigt sich mit der Umgebung und der Gesamtkomposition der Straße Unter den Linden bis zur Schlossbrücke, die damals Hundebrücke hieß. 72 000 Taler wurden Schinkel für den Bau zur Verfügung gestellt. Zu wenig. Am Ende kostete der gesamte Umbau auch des Platzes davor "199 828 Taler, 16 Groschen und 9 Pfennige".

Laurenz Demps: Die Neue Wache. Vom königlichen Wachhaus zur zentrale Gedenkstätte. Verlag für Berlin-Brandenburg, Berlin. 159 S., 24,90 Euro

( J.S. )