Konzerte

Wenn Handyklingeln den Solisten aus der Musik heraus reißt

Der finnische Esa-Pekka Salonen gastierte im Rahmen des Musikfests Berlin mit dem Philharmonia Orchestra London, dem besten Orchester Englands, in der Philharmonie.

Hand in Hand mit dem einzigartigen, seit über hundert Jahren bestehenden, hundertköpfigen Männerchor "Orphei Drängar" aus Schweden führte er die genialisch ausschweifende Jugendsünde " Kullervo" von Jean Sibelius auf und inszenierte einen schier einzigartigen Musikroman.

Vorher aber hatte sich Salonen nicht nur als höchstrangiger und gleichzeitig unprätentiöser Dirigent, sondern auch als ein Komponist zart aufflammender Klangsinnlichkeit vorgestellt. Die Kanadierin Leila Josefowicz spielte sein ihr gewidmetes und von ihr vor drei Jahren uraufgeführtes Violinkonzert feinfühlig und virtuos.

Bereits am Vortag war der Franzose Pierre-Laurent Aimard zu Gast im ausverkauften Kammermusiksaal. Sein Klavierabend gab sich auf schier einzigartige Weise als eine Hommage zum diesjährigen 200. Geburtstag von Franz Liszt. Zwischendurch allerdings war der Pianist einmal aufgesprungen und hatte wortlos den Saal verlassen. Ein nicht abgestelltes Handy hatte vorlaut in sein nachdenkliches Spiel hineingeklingelt. Er musste das Stück noch einmal von vorn beginnen.