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Ich lese gerade ... Inka Parei: Die Kältezentrale

Natalia Liublina (42), Literarische Buchhandlung Der Zauberberg , Bundesallee 133, Friedenau: Literarisch hoch gehandelt, hat Inka Parei gerade ihren neuen, mittlerweile dritten Roman "Die Kältezentrale" vorgelegt. Der Ich-Erzähler kehrt 2006 ins wiedervereinigte Berlin zurück und erinnert sich an das Jahr 1986, als er als Techniker in der Kältezentrale der DDR-Zeitung "Neues Deutschland" gearbeitet hat. Ein Raum, in dem Druckmaschinen gekühlt wurden, aber auch ein Synonym für das damalige Ost-Berlin. Die Kollegen ließen ihn seinerzeit merken, dass er ganz unten in der Hierarchie stand. Nach dem Selbstmord eines Kollegen ging der Ich-Erzähler in den Westen. Es geht vor allem um seine verlorene Identität und darum, sich selbst zu finden. Inka Parei macht es dem Leser, der regelrecht spürt, woran der Protagonist verzweifelt, mit ihrem komplexen, wunderbaren Roman nicht leicht. Ein Buch, das umso beeindruckender ist, je länger man sich damit beschäftigt.

Inka Parei : Die Kältezentrale, Schöffling Verlag, 216 Seiten, 19,95 Euro.