Biografisches

Der Maler Robert Rauschenberg war auch ein guter Fotograf

Mit seinen "Combine Paintings", der Verknüpfung von zweidimensionaler Malerei und dreidimensionalem Alltagsgegenstand, ist Robert Rauschenberg in die Kunstgeschichte eingegangen.

Dass er dazu auch noch Fotograf war, wird häufig unterschlagen. Dabei haben Fotos - eigene und fremde - Eingang in viele seiner Werke gefunden, als übermalte Originalabzüge genauso wie als Siebdrucke. Susan Davidson und David White haben die frühen Fotografien Rauschenbergs in einem Bildband zusammengestellt.

Die meisten der ausgewählten Aufnahmen sind vor 1954 entstanden, noch bevor Rauschenberg seine ersten "Combines" schuf. Wenn er Menschen fotografiert - sei es seine damalige Frau Susan Weil oder seine Künstlerfreunde -, dann wirken sie oft wie Schauspieler auf einer Bühne. Seinen Mitstreiter John Cage etwa fotografiert er in dessen Ford sitzend, das Autofenster umfasst sein Gesicht wie einen Bilderrahmen. Erst durch die gemeinsame Europa-Reise mit Cy Twombly 1952 scheint sich etwas in ihm zu lösen. Es ist kein Zufall, dass er nach seiner Rückkehr in die Staaten die Menschen genauer und neugieriger in den Blick nimmt - etwa wenn er den Choreographen Merce Cunningham beim Tanzen fotografiert.

Robert Rauschenberg: Photographs 1949 bis 1962. Hg. von Susan Davidson u. David White. Schirmer/Mosel, 240 Seiten, 49,95 Euro.