Bühne

Mit einem Musical zur Luxussanierung startet das Grips in die Saison

Neue Autoren, ein breiteres musikalisches Spektrum und neue Regietalente hat Stefan Fischer-Fels, der mit dieser Spielzeit die Leitung des Grips Theaters übernimmt, für seine Intendanz angekündigt.

"Wir müssen uns beständig auseinandersetzen mit den gesellschaftlichen Veränderungen, denen Kindheit und Jugend unterliegt", sagt der 47-jährige Berliner. Geradezu programmatisch schildert das Musical "Schöner wohnen", mit dem am Freitag die neue Spielzeit eröffnet wird, denn auch den rasanten Wandel der Gesellschaft am Beispiel der sogenannten Gentrifizierung.

Die Autorin und Regisseurin Franziska Steiof zeigt in ihrem Stück für Jugendliche und Erwachsene die Veränderungen eines Stadtviertels. Es geht um die Bewohner eines Moabiter Wohnhauses und die Folgen der Luxussanierung des Hauses durch einen Investor. "Das Thema ist schichten- und kulturübergreifend brisant", sagt Steiof. Den Bezirk Moabit hat sich die Regisseurin mit Bedacht als Schauplatz ausgewählt. Prenzlauer Berg sei bei den Überlegungen schnell aus dem Rennen gewesen. "Dort hat die Latte-Macchiatisierung bereits stattgefunden und der Bezirk wird bereits zunehmend von Besserverdienenden bewohnt", erklärt Steiof, die mit "Baden gehen" und "Rosa" (über Rosa Luxemburg) bereits zwei erfolgreiche Produktionen fürs Grips Theater geliefert hat.

Dass "Schöner wohnen" nicht zu trockenem Thesentheater gerät, dafür sorgt auch Musicalkomponist Thomas Zaufke. Er hat neben eigenen Kompositionen bekannte Lieder aus Rock, Pop und Schlager neu arrangiert.