Kunst

Unbekannte Aquarelle von Otto Dix in einem Nachlass entdeckt

Vier bisher unbekannte, bedeutende Aquarelle des gesellschaftskritischen Malers Otto Dix (1891-1969) sind in Oberbayern gefunden worden.

Die frühen Werke seien in Dix' Düsseldorfer Zeit 1922/23 entstanden, die als Meilenstein in der Entwicklung des Künstlers gelte, sagte der Düsseldorfer Galerist Herbert Remmert. Die Dix-Aquarelle sind bereits der zweite spektakuläre Fund in dem Nachlass in Oberbayern. Bereits vergangenes Jahr war in einer seit Jahrzehnten nicht geöffneten Mappe eine wertvolle Vorstudie zu dem seit 1933 verschollenen Hauptwerk "Wintermärchen" von Malers George Grosz entdeckt worden.

Zu den jetzt entdeckten Werken gehören die Aquarelle "Nächtens" und "Soubrette" sowie eine Vorarbeit zu Dix' berühmtem Porträt des Kunsthändlers Alfred Flechtheim. Völlig unbekannt war bisher das farbfrische, großformatige Aquarell "Strich III", das eine Straßenszene mit Prostituierten darstellt. Remmert bezifferte den Preis einiger Aquarelle auf mehr als 200 000 Euro. Er schloss nicht aus, dass der Nachlass noch mehr Überraschungen birgt. Bekannt sei, dass sich darin auch von Dix gemalte Kinderbilderbücher befänden.

Die Mappe mit den Kunstwerken gehört zum Nachlass der Tochter von Martha und Hans Koch, der Arzt und bedeutender Kunstsammler in Düsseldorf war. Seine Frau Martha - mit ihr hatte er zwei Kinder - verliebte sich in Dix, der Anfang der 20er Jahre an der Kunstakademie Düsseldorf studierte. Hans Koch ließ sich von seiner Frau wegen ihrer Beziehung zu Dix scheiden. Die Galerie Remmert und Barth spürte die Mappe bei Kochs Enkelin in Oberbayern auf.

( dpa )