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Ich lese gerade ... Martin Burkhardt, Steffen Herbold: Es gibt Piraten

Nina Wehner (30), Die Buchkönigin , Hobrechtstr. 65, Neukölln: Martin Burkhardts und Steffen Herbolds Buch "Es gibt Piraten" ist ein Mittelding zwischen Bilderbuch und Graphic Novel, allerdings explizit für Erwachsene. Eingeleitet wird es mit der Ansage, das Buch sei nichts für schwache Nerven, denn es beinhaltet die Schilderung des betrüblichen Lebens von Lili Lillersen, einer jungen Frau, die mehrere Schicksalsschläge erlebt und ihre ganze Familie verloren hat. Davon erzählt sie nachts einem riesigen, bärtigen Piraten, der an ihrem Bett sitzt und in Ermangelung an Alkohol kleine Fläschchen mit Backaromen trinkt. Sehr emotional und wahnsinnig fantasievoll wird in dunklen, kolorierten Bildern gezeigt, was Einsamkeit und Trauer mit einem machen können. Natürlich geht es auch um die Frage, ob es wahr ist, was Lili sieht, und um einen Neuanfang. Ein schönes, verrücktes, trauriges Buch, bei dem man oft schmunzeln und lachen muss.

Martin Burkhardt, Steffen Herbold: Es gibt Piraten, Kunstanstifter Verlag, 63 Seiten, 19 Euro.