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Ich lese gerade ... Paul Harding: Tinkers

Beate Specht (52), Buchhandlung Haberland , Zeltinger Platz 15, Frohnau: Bevor Paul Harding für seinen Debütroman "Tinkers" 2010 mit dem Pulitzerpreis ausgezeichnet wurde, ist sein Manuskript unzählige Male abgelehnt worden. Dabei ist das Buch faszinierend. Es beginnt damit, dass der Uhrmacher George Washington Crosby im Sterben liegt und sein Leben Revue passieren lässt. Sein Vater Howard war ein "Tinker", ein Kesselflicker, der an epileptischen Anfällen litt und deshalb die Familie verließ. George sieht ihn erst wieder als er selbst Vater ist. Da hat er längst seine Leidenschaft für Uhren entdeckt, die ihm nicht nur Reichtum beschert, sondern ihm auch eine ganz andere Welt erschließt. Es sind die wunderschönen, poetischen Beobachtungen, die beeindrucken. Die karge Natur von Maine erscheint dadurch beseelt und die Charaktere haben ein reiches Innenleben. Ein Roman übers Sterben, der vor allem vom Leben erzählt.

Paul Harding: Tinkers, Luchterhand Verlag, 192 Seiten, 19,99 Euro.