Bühne

Im Theater kann man peinliche Momente erfolgreich verarbeiten

Welch Anekdote: Vier Schwestern aus der schwäbischen Provinz treten als "SOS - Sisters On Stage" in einem Hamburger Stadion vor 30 000 Rugby-Fans auf, singen "Help" von den Beatles, wähnen sich auf der Höhe ihres Ruhms - und gehen im Buh-Sturm unter.

Ein Peinlichkeitsmoment fürs Leben, aus dem die Wiedemer-Schwestern nun die Exorzismusperformance "HELP!" entwickelt haben.

Nun plaudern und singen die in Berlin bekannten Schauspielerinnen Claudia und Monika, die Sängerin Angela und die Lehrerin Isabel von den Tiefpunkten ihres Lebens. Gerade das Singen perlt, als ob die vier nichts anderes tun würden, vierstimmig im perfekten A-cappella-Sound. Was indes ein Liederabend mit Anekdoten hätte werden können, strandet als zuweilen komisches, zu oft aber langatmiges Nabelschau-Dokutheater. Und nicht jede Pointe trifft.

Ohnehin lässt sich die "Help"-Anekdote nicht übertreffen und wird entsprechend ausgewalzt. Am Ende, als die Luft längst raus und die Bar geöffnet ist, entsteht plötzlich ein mitreißendes Konzert, bei dem noch mal die thematischen Fäden zusammenlaufen. Was davor geschah, lässt sich unter "mäßig peinlich" verbuchen. Die Wiedemer-Schwestern werden es wohl verkraften.

Sophiensaele , Sophienstr. 18, Mitte. Tel. 283 52 66. Bis 28.8., 19.30 Uhr