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Ich lese gerade ... Philipp Meuser (Hrsg.): Architekturführer Pjöngjang

Christian Posthofen (52), Buchhandlung Walther König, Burgstr. 27, Mitte: Aktuell sorgt der von Philipp Meuser herausgegebene "Architekturführer Pjöngjang" für Furore. Nordkoreas Hauptstadt ist ja eigentlich unerreichbar. Als Ausländer darf man dort keinen Schritt allein machen und sich nur bestimmte Bereiche mit einem Führer ansehen. Fast vollständig zerstört im Koreakrieg wurde beim Wiederaufbau Pjöngjangs so etwas wie eine zweite Moderne eingeläutet. Die Drei-Millionen-Metropole wirkt wie ein Freilichtmuseum. Man erlebt dort Städtebau in Reinform und man kann deutlich erkennen, wie die Grammatik der Architektur funktioniert: Die Ideologie spiegelt sich in der Inszenierungsabsicht. Der erste zensierte Band des Architekturführers präsentiert ganz offiziell das glorreiche Volk Nordkoreas. Der zweite unzensierte Band hingegen, unter anderem mit Beiträgen von Ahn Chang-mo und mir, kommentiert Pjöngjangs Stadtarchitektur kritisch.

Philipp Meuser (Hrsg.): Architekturführer Pjöngjang, 2 Bde., Fachverlag Dom publishers, 368 Seiten, 38 Euro.