Burkina Faso

Schlingensiefs Operndorf startet mit der Schule im Herbst

In dem von Christoph Schlingensief geplanten Operndorf in westafrikanischen Staat Burkina Faso soll im Herbst der Schulbetrieb aufgenommen werden. Dies kündigte einer der Kuratoren, der Berliner Rechtsanwalt und Kunstförderer Peter Raue, an.

"Das ist das erste Drittel dieses ganzen Projektes, das ist finanziert", sagte Raue.

Das Operndorf in Afrika mit Schule, Krankenstation, Theaterbühne und Künstler-Unterkünften war eines der zentralen Projekte des Theater- und Filmemachers Schlingensief, der vor einem Jahr gestorben ist. "Es wird dann mit Sicherheit auch die Krankenanstalt gebaut, damit die Menschen dort von Geburt an eine gesundheitliche Versorgung haben", sagte Raue. Und auch für das Theater werde man eine Lösung finden. "Wir können aber nicht so tun, als sei das alles eins zu eins die Umsetzung dessen, was er gemacht hätte", schränkte Raue ein. "Wir wissen, dass wir nicht das Werk von Schlingensief vollenden können. Wir können nur seinen Wunsch erfüllen, das Operndorf in Burkina Faso zu errichten und mit Leben zu füllen.

Am 21. August starb der rebellische Theater- und Filmemacher mit 49 Jahren in Berlin. "Ich dachte immer, so jemand kann nicht sterben. Das ist, als ob das Leben selbst gestorben wäre", sagte die österreichische Literaturnobelpreisträgerin Elfriede Jelinek damals. Auch ein Jahr danach sind in der Kulturszene Trauer und Betroffenheit noch groß. Fast scheint es, als hätte der frühe Tod des oft auch umstrittenen Künstlers erst deutlich gemacht, welche Bedeutung seine aufsässige Kreativität hatte. Besonders spürbar war der Verlust bei der Kunstbiennale von Venedig. Schlingensief hätte den deutschen Pavillon für die weltweit wichtigste Kunstschau gestalten sollen. Doch seine Pläne waren noch nicht so weit. Statt einer Ausstellung von ihm ist es nun eine Ausstellung über ihn geworden.