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Ich höre gerade ... Igor Strawinsky, Frühbeck de Burgos: Le sacre du printemps

Rolf Sauer (59), Ton Art - Klassik-CD , Deitmerstr. 7, Steglitz: Für uns ist atonale Musik heutzutage bestenfalls spannend. Deshalb konnte man es lange nicht mehr nachvollziehen, warum Igor Strawinskys mittlerweile zum Standardrepertoire gehörende Ballettmusik "Le sacre du printemps" 1913 bei der Uraufführung in Paris so schockiert hat. Es kam zur Saalschlacht und damit zu einem größten Skandale der Musikgeschichte. Nun ist die Aufnahme des London Symphony Orchesters unter der Leitung des Dirigenten Rafael Frühbeck de Burgos wieder aufgelegt worden. In dieser Interpretation gewinnt die Musik deutlich an Schärfe und Brisanz, bricht sich wild-anarchische Kraft der Komposition bahn. Es schimmert durch, wie erschreckend und unerhört dieses Werk wegen seiner außergewöhnlichen rhythmischen und klanglichen Strukturen damals gewesen sein muss. In dieser Aufnahme wird "Le sacre du printemps" wieder zu einem Schocker.

Igor Strawinsky, Frühbeck de Burgos: Le sacre du printemps, Alto, ca. 15 Euro.