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Ich lese gerade ... Robert Louis Stevenson: St. Ives

Ursula Kiesling (65), Der Divan, Reichsstr. 104, Westend: Man kennt Robert Louis Stevenson als Autor der "Schatzinsel". Nun ist im Frühjahr die deutsche Erstausgabe des Romans "St. Ives" erschienen. In England und Frankreich gilt der Klassiker seit langem als Hauptwerk Stevensons. Der hinterließ eigentlich ein unvollendetes Manuskript. Ein befreundeter Literat hat die sechs Schlusskapitel geschrieben. Der Roman spielt 1813. Der französische Adlige St. Ives gerät in Edinburgh in englische Kriegsgefangenschaft und verliebt sich dort in ein schottisches Mädchen namens Flora. Doch er muss fliehen, begeht einen Mord und wird durch ganz Großbritannien gejagt. Überall lauern Gefahren, denen er sich aber immer wieder entziehen kann. Brillant von Andreas Nohl übersetzt und sprachlich faszinierend, erweist sich Stevenson als Erzähler von Weltformat. Wer seinen witzig-charmanten, stimmungsvollen und überaus spannenden Abenteuer- und Liebesroman nicht liest, versäumt etwas. Ein Muss.

Robert Louis Stevenson: St. Ives, Hanser Verlag, 520 Seiten, 27,90 Euro.