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Ich lese gerade ... Friedrich Kellner: Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne: Tagebücher 1939-1945

Axel Mischke (58), Geographische Buchhandlung Atlantis , Karl-Marx-Allee 98, Friedrichshain: Der Laubacher Justizinspektor Friedrich Kellner hat während der Nazi-Zeit Tagebuch geführt und darin vergleichbar mit den Aufzeichnungen Victor Klemperers Kritik am Regime geübt. Die zwei Bände "Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne: Tagebücher 1939-1945" sind deshalb so wertvoll und wichtig, weil Kellner seinen persönlichen Meinungen und Betrachtungen offizielle Dokumente wie Zeitungsartikel gegenüber gestellt hat. Das macht das Buch zu einem anschaulichen, authentischen Dokumentarbericht jener Zeit auf sehr hohem Niveau. Kellner war ein dezidierter Kriegs- und Nazigegner, der darunter gelitten hat, dass sein Land vor die Hunde ging. Dieses Tagebuch ist ein Beweis dafür, dass es nicht nur Ja-Schreier, sondern auch Menschen wie Friedrich Kellner gab. Darüber können wir froh sein. Für mich ein Dokument persönlicher Würde.

Friedrich Kellner: Vernebelt, verdunkelt sind alle Hirne: Tagebücher 1939-1945, Wallstein Verlag, 2 Bände, 1134 Seiten, 59,90 Euro.