Quellenfund

Wie Walter Ulbricht schon früh den Mauerbau vorantrieb

Manfred Wilke ist ein so umtriebiger wie emsiger Forscher in Sachen deutscher Teilung, DDR und Stasi-Verquickung.

Sein jüngstes Buch beschäftigt sich mit dem "Weg zur Mauer". Anhand vieler neuer Aktenfunde kann Wilke nachweisen, dass SED-Chef Walter Ulbricht schon sehr früh - nämlich im Frühjahr 1961 - Vorbereitungen traf, den Ostteil Berlins vom Westteil abzuspalten. Ulbricht war nicht nur ein Werkzeug in Chruschtschows Händen, sondern eben ein drängelnder, höchst selbstbewusst vorgehender Akteur. Wilkes Urteile decken sich mit den Moskauer Quellenfunden, die Hope Harrison in ihrem jüngsten Buch "Ulbrichts Mauer" (Propyläen, 24,99 Euro) präsentiert. Im Unterschied zu Harrison ist Wilkes Stil freilich verbesserungsfähig. Der Staub der SED-Akten überträgt sich offenbar leicht auf das eigene Manuskript.

Manfred Wilke: Der Weg zur Mauer. Stationen der Teilungsgeschichte. Chr. Links, Berlin. 472 S., 39,90 Euro.