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Hat die ARD ihre Onlineausgaben kleingerechnet?

Wie viel kosten eigentlich all die ausschweifenden Online-Aktivitäten der öffentlich-rechtlichen ARD? In der laufenden Gebührenperiode von 2009 bis 2012 dürften es laut Aufsichtsbehörde KEF nicht mehr als 442,7 Millionen Euro sein.

Was immerhin schon das Doppelte von den 206,9 Millionen ist, die in der vorherigen Gebührenperiode ausgegeben wurden. Nachdem die "Financial Times Deutschland" das klargestellt hatte, gab die ARD sogleich zu bedenken, dass die gemachte Rechnung nicht stimme. Von 2005 bis 2008 sei laxer gerechnet worden, was auch die Prüfkommission KEF sage. Die aktuellen, extrem hohen Kosten seien hingegen "umfassender berechnet als in der Vergangenheit" und würden jetzt auch anteilige Kosten im Bereich der Redaktionen, der Informationstechnik sowie der Verbreitung berücksichtigen.

Logischer Schluss: Diese Kosten wurden früher nicht ausgewiesen - die öffentlich-rechtliche ARD hat also damals mehr investiert als die Politik vorgegeben hatte. Auch verweist man darauf, dass "der Anteil der Kosten für die kompletten Telemedienangebote der ARD für die laufende Gebührenperiode bei durchschnittlich 1,75 Prozent des Gesamtbudgets" liege. Und wiederholt damit einmal mehr gebetsmühlenartig den scheinbar so übersichtlichen Geldbetrag. Wer genau nachrechtet, kommt beim hauptsächlich vom Gebührenzahler finanzierten ARD-Jahresetat von über 6 Milliarden Euro auf immerhin 110 Millionen Euro pro Jahr. Was für Rechenspiele!