Rechtschreibung

Schriftsteller Peter Schneider ignoriert den Duden

Schriftsteller Peter Schneider ("Lenz") ignoriert die Duden-Rechtschreibung und beharrt auf seinem "Recht auf Unbelehrbarkeit". Das sagte der 71-jährige Autor im Deutschlandradio Kultur anlässlich des 100. Todestages von Konrad Duden.

Schneider erklärte, er selbst nutze das Regelwerk nie. Jeder habe seine eigene "Lieblings-Rechtschreibung".

In der deutschen Geschichte gab es laut Schneider nur für kurze Zeit eine wirklich verbindliche Rechtschreibung. Die damit verbundene "Ordnungsfunktion" sei weder dringlich noch wünschenswert. Große Autoren wie Schiller und Goethe hätten manchmal zwei unterschiedliche Schreibweisen für das gleiche Wort in einem Satz benutzt. Beide seien weder geistesverwirrt gewesen noch hätten sie zu wenig auf Ordnung geachtet. "Sie wussten ganz genau, was sie da schreiben, das wird verstanden." Nach der Rechtschreibreform hat sich nach Schneider vieles bewährt, "anderes überhaupt nicht". Er finde das Doppel-S in "dass" absolut nachvollziehbar. Die drei F in Schifffahrt widersprächen aber seinem Schönheitssinn.

Konrad Duden, der Begründer der deutschen Rechtschreibung, starb vor 100 Jahren. Der Rheinländer studierte Literatur in Bonn, ging danach als Direktor an Gymnasien im thüringischen Schleiz und in Hersfeld. 1880 veröffentlichte der Pädagoge in Leipzig das "Vollständige Orthographische Wörterbuch", den Urduden. Seit der siebten Auflage 1902 war das Verzeichnis faktisch verbindlich für die Schreibweise des Deutschen.