Terror

Mankell hätte Figur wie Breivik nicht erfinden können

Der schwedische Bestsellerautor Henning Mankell (63, "Der Feind im Schatten") hätte eine Figur wie den norwegischen Massenmörder Anders Behring Breivik nicht erfinden können.

"Hätte ich mir in einem morbiden Teil meines Gehirns so etwas ausgedacht, einen Mann, der in einem Sommerlager herumgeht und in aller Ruhe einen Jugendlichen nach dem anderen erschießt, die Leser hätten dies für völlig unglaubwürdig gehalten, für lächerlich sogar", sagte Mankell in einem Interview des Nachrichtenmagazins "Der Spiegel".

Er glaube auch nicht, dass er die Anschläge in Oslo und auf der Fjordinsel Utøya einmal literarisch verarbeiten werde. "Ich denke jetzt viel über dieses Drama nach", sagte Mankell, der mit seinen Krimis über den Kommissar Kurt Wallander in Deutschland populär wurde. Mankell warnte zugleich vor Panik gegenüber den rechtspopulistischen Parteien. "In einer Gesellschaft, die von Ängsten zerrissen ist, erlischt der demokratische Lebenswille", sagte der Autor. "Die Gesprächsbereitschaft der Demokraten darf nicht nachlassen - weder gegenüber den Muslimen noch gegenüber den rechten Populisten oder Nationalisten."