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Ich lese gerade ... Jens Schöne: Ende einer Utopie

Wieland Giebel (60), Berlin Story, Unter den Linden 40, Mitte: In unserer Buchhandlung treffe ich viele junge Menschen, die nach dem Fall der Mauer geboren worden sind und die DDR gar nicht mehr bewusst erlebt haben. Ich finde, gerade für sie ist Jens Schönes Buch "Das Ende einer Utopie" sehr wichtig. Es schildert plastisch mit über hundert Abbildungen, warum mit dem Mauerbau in Berlin 1961 der letzte Funken Hoffnung auf einen anderen Weg und eine gerechtere Gesellschaft in der DDR geschwunden ist. Das wusste man natürlich schon seit dem Aufstand 1953 in der DDR. Der Mauerbau aber war das definitive Ende eines Experiments. Das Buch präsentiert auch neue interessante Erkenntnisse. So war mir nicht bekannt, dass die Entscheidung für den Mauerbau vom Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht ausging. Er und der sowjetische Regierungschef Nikita Chruschtschow sahen keine andere Möglichkeit, den Strom der Auswanderer aus der DDR in den Griff zu bekommen.

Jens Schöne : Ende einer Utopie, Berlin Story Verlag, 144 Seiten, 14,95 Euro.