"Gipfeltreffen der Stars"

Netrebko, Schrott und Kaufmann in München bejubelt

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Opernstars aus Russland, Uruguay und Bayern, dazu ein tschechisches Orchester mit italienischem Dirigenten: Es geht international zu beim "Gipfeltreffen der Stars".

Bunt gemischt ist auch das Programm, das Sopranistin Anna Netrebko, Bassbariton Erwin Schrott und Tenor Jonas Kaufmann in München (Berlin folgt am 16. August) bei ihrem ersten gemeinsamen Auftritt präsentieren: Opern- und Operettenmelodien aus drei Jahrhunderten - von Mozart über Verdi und Gounod bis hin zu Gershwin und Tauber.

Obwohl die vor den klassizistischen Propyläen aufgebaute Bühne 38 mal 16 Meter misst, ist sie dicht gefüllt. Mehr als 100 Musiker bevölkern das Podium: Die drei Opernstars werden begleitet von der Prager Philharmonie unter der Leitung von Marco Armiliato und dem Philharmonischen Chor München. Bis die rund 15 000 Menschen auf dem Königsplatz Netrebko, ihren Lebensgefährten Schrott und Kaufmann erstmals zusammen zu hören bekommen, vergeht fast eine Stunde. Unmittelbar vor der Pause singen die drei Klassikstars das Finale des 3. Akts der eher unbekannten Verdi-Oper "I lombardi alla prima crociata". Ein zweites Terzett folgt am Ende des Konzerts mit dem Finale des 5. Akts aus Gounods "Faust".

Dazwischen sind die Sänger allein oder im Duett zu hören. Netrebko und ihr Lebensgefährte Schrott begeistern mit einem Stück aus Gershwins "Porgy and Bess", Kaufmann gibt mit der Russin Duette von Massenet und Verdi zum besten. Alle drei Sänger wie auch der italienische Dirigent präsentieren sich gut gelaunt und streuen hin und wieder einen Scherz ein. Für Kaufmann ist es ein echtes Heimspiel: Von der Bühne aus kann er zur Münchner Musikhochschule hinüberblicken, an der "ich das Handwerk gelernt habe", wie er dem Publikum sagt. Und Kaufmann ist es auch, der während des Konzerts die meisten "Bravo"-Rufe erhält.

Trotz Ticketpreisen von bis zu 340 Euro ist der Königsplatz nahezu komplett gefüllt. Und wie bei einem Popkonzert stürmt ein Teil des Publikums am Ende des fast dreistündigen Auftritts vor die Bühne, zückt Fotohandys und Kameras. Bei den Zugaben erreicht die Stimmung ihren Höhepunkt.

Berliner Waldbühne am 16. August

( dapd )