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Eröffnung eines Online-Portals für junge Künstler

Was nützt die schönste Künstler-Metropole, wenn sich die Kreativen untereinander nicht kennen? Nicht viel, findet auch Júlia Marí Bernaus. Und weil das vom Land Berlin initiierte Onlineportal zur Vernetzung Kulturschaffender in ihren Augen nicht viel taugt, hat die gebürtige Spanierin mit einer Handvoll Freunden kurzum ihr eigenes gegründet.

ArtConnect Berlin heißt es, und dieser Tage haben die 26-Jährige und ihre fünfköpfigeTruppe den Start mit einigen Hundert Berliner Künstlern aus aller Welt gebührend begossen. Am Fuß des Fernsehturms am Alexanderplatz gab es Videoinstallationen und Kurzfilme zu sehen, und heiße DJ-Musik zu hören.

Vorgenommen haben sich die jungen Leute viel, mit einer öffentlichen Finanzierung hat es bislang jedoch nicht geklappt - die Kunstetats waren schon aufgebraucht, sagt Júlia. Trotzdem schwebte ihr und ihren Mitstreitern über die Monate nichts weniger vor als eine Mischung aus Facebook, dem Karriereportal Xing und dem Microblogging-Dienst Twitter. Erklärtes Ziel von ArtConnect Berlin ist es, ein umfassendes Kunstverzeichnis für die Hauptstadt zu schaffen, damit die hier ansässigen Kreativen sich mit ihren sehr unterschiedlichen Begabungen künftig besser untereinander vernetzen können. Musiker und Kuratoren wollen die Plattformbetreiber dabei ebenso ansprechen wie Architekten, Illustratoren und Tänzer. Braucht ein Webdesigner für ein Projekt auf die Schnelle einen Landschaftsfotografen, so ist die Lösung bald nur noch einen Chat entfernt - zumindest, wenn es nach Júlia und ihrem Team geht.

Auf dem Portal sollen die Mitglieder eigene Videos, Audios und Bilder posten, Werke von Kollegen mit Kommentaren versehen - und eben miteinander ins Gespräch kommen. Ein integrierter Online-Marktplatz dient zum Tauschen von Handwerksmaterial, auf der "Events"-Seite lassen sich Veranstaltungstermine publizieren. "Das Portal ist vielleicht nicht so professionell gemacht wie Xing, aber unsere Verbindung in die Szene merkt man ihm schon jetzt an", sagt Júlia. Als sie vor mehr als zwei Jahren nach Berlin zog, hatte sie das Glück, von Anfang an bei einer Reihe renommierter Künstler arbeiten zu können. Ihre kommunikative Art hat seither so manche Kollegen zusammengebracht. Die Wahlberlinerin weiß aber auch, dass viele unter ihnen bisher noch nicht die Gelegenheit hatten, in der unübersichtlichen Szene der Hauptstadt wirklich Fuß zu fassen. Angst vor dem Scheitern hat Júlia keine. Denn eine beruhigende Bekanntheit hat ArtConnect Berlin im Internet längst - die Anzahl der Follower bei Twitter und die Freunde bei Facebook belegen es.

www.artconnectberlin.com

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