Kunst

Ai Weiwei nimmt Gastprofessur in Berlin an

Erst vergangene Woche hatte Ai Weiwei Klaus Staeck, dem Präsidenten der Akademie der Künste, in einem Brief mitgeteilt, dass er die Akademie-Mitgliedschaft annehme. Nun hat der jüngst aus der Haft entlassene chinesische Künstler auch das Angebot einer Gastprofessur an der Universität der Künste (UdK) angenommen.

Er hoffe, bald über konkrete Pläne sprechen zu können, heißt es in einem Schreiben an den UdK-Präsidenten Martin Rennert, wie die Hochschule nun mitteilte. Die landeseigene Einstein Stiftung hatte Weiwei eine Professur an der Graduiertenschule der UdK angeboten.

Allerdings ist ungewiss, ob und wann Ai Weiwei aus China ausreisen kann. Er war am 22. Juni gegen Kaution aus dem Gefängnis entlassen worden. Ein einmaliger Vorgang, noch nie vorher war ein Künstler unter dieser Option auf freien Fuß gesetzt worden. Der dänische Künstler Olafur Eliasson, der das Institut für Raumexperimente an der UdK leitet, möchte mit Ai Weiwei in Berlin zusammenarbeiten. Weiwei war Anfang April auf dem Flughafen in Peking verhaftet und mehr als zwei Monate an unbekanntem Ort festgehalten worden. Nach Angaben seines Anwalts fordern die Finanzbehörden von ihm Steuern und Bußgelder in Höhe von umgerechnet 1,3 Millionen Euro.

Schon ab Sonnabend wird Ai Weiwei in Deutschland wieder im Fokus des Interesses stehen: Das Kunsthaus Bregenz zeigt ab 16. Juli seine "Art/Architecture", eine Schau über sein architektonisches Werk, das mit Ausnahme des Pekinger Olympia-Stadions ja kaum bekannt ist. Rund 30 Bauten wurden von ihm realisiert.

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