Tanz

Russischer Oligarch will das Ballett erneuern

Mit dem international beachteten Engagement des spanischen Starchoreografen Nacho Duato will der Oligarch Wladimir Kechman (43) in St. Petersburg das russische Ballett erneuern.

Es sei ein "Wunder", dass Nacho Duato als Trendsetter des zeitgenössischen Balletts nun am Michailowski-Theater arbeite, sagte Generaldirektor Kechman im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur. Die ersten Arbeiten kämen beim Publikum an.

Im Dezember will der Spanier an dem Theater seine erste abendfüllende Ballett-Premiere vorstellen: eine moderne Choreograhie des russischen Ballettklassikers "Dornröschen" mit Musik von Pjotr Tschaikowski.

Das berühmte Bolschoi-Theater in Moskau und das Mariinski-Theater in St. Petersburg seien heute vielmehr Bewahrer des klassischen Balletterbes, sagte Kechman. "Wenn wir uns in die westliche Kultur einfügen wollen, sollten wir aber auch ein Teil der weltweiten Entwicklung im zeitgenössischen Tanz sein." Russland und der Westen seien heute vor allem über die Kultur miteinander verbunden. "Wir hatten das Glück, dass Nacho Duatoihm in Spanien kein neues Angebot gemacht wurde. Für unsere Zuschauer ist das spannend, weil Nacho Duato als Trendsetter für neue Bewegungen im Ballett steht. Es ist aus meiner Sicht ein Fehler, dass in unseren Ballettschulen der zeitgenössische Tanz keinen Platz hat", betonte Kechman:

Das zu Zarenzeiten 1883 gegründete Stadttheater gilt als Ausnahme in der sonst oft noch sowjetisch geprägten Kulturlandschaft. Seit fast fünf Jahren hat Kechman mehr als 25 Millionen Euro selbst in den Betrieb gesteckt. Der von Leibwächtern bewachte Unternehmer ist im Obsthandel reich geworden, hat sich aber aus dem aktiven Geschäft zurückgezogen, um als gelernter Theaterwissenschaftler zur Entwicklung der Kultur in Russland beizutragen.