Literatur

In Klagenfurt startet der Lesemarathon um den Bachmann-Preis

Totalpleite oder die Entdeckung des neuen Shootingstars am Autorenhimmel: Das österreichische Klagenfurt ist wieder für vier Tage Zentrum der deutschsprachigen Literaturszene.

Zum 35. Mal treten dort beim renommierten Ingeborg-Bachmann-Wettbewerb 14 Nachwuchshoffnungen zum "Wettlesen" bei den Tagen der deutschsprachigen Literatur an. Mit den jeweils halbstündigen Lesungen der beiden deutschen Autoren Gunther Geltinger und Maximilian Steinbeis begann gestern der Vorlesemarathon. Insgesamt nehmen zehn Deutsche, drei Österreicher und ein Schweizer teil. Der Gewinner des mit 25 000 Euro dotierten Hauptpreises soll am Sonntag feststehen.

Geltinger, der in Köln lebt, startete den Vorlesereigen gleich mit einer Entschuldigung an die Jury: Er stotterte - so wie der Protagonist in seinem Romanauszug. Die Jury zeigte sich von seinem Text wenig begeistert: Sie habe den Eindruck, dass sich in der deutschen Literatur ein eigenes Genre entwickelt habe, dass das trostlose Landleben im Norden Deutschlands zum Thema habe, sagte Daniela Strigl: "Nicht Blut und Boden, sondern Blut und Kotze könnte man vielleicht sagen." Das Projekt sei für sie gescheitert. Auch der zweite Text "Einen Schatz vergraben" von Steinbeis stieß auf gespaltene Reaktionen.

Die nach der österreichischen Dichterin Ingeborg Bachmann (1926-1973) benannte Auszeichnung gilt als einer der wichtigsten Literaturpreise im deutschsprachigen Raum. Seit seiner Gründung 1977 verhalf er Gewinnern wie Ulrich Plenzdorf, Uwe Tellkamp und Tilman Rammstedt zu großen Karrieren.