Ausstellung

Ausblick auf eine schöne Schau

Ein museales Sommerwunder sollen die "Gesichter der Renaissance" (ab 25. August) werden, eine Ausstellung mit rund 160 hochkarätigen Werken der italienischen Renaissance zur Entwicklung des Porträts.

Hintergrund ist, dass sich im Verlauf des 15. Jahrhunderts das Bildnis zu einer eigenständigen Gattung entwickelte. Egal ob bei Antonello da Messina, Giovanni Bellini, Andrea Mantegna, Pisanello und Sandro Botticelli - die vielbeschworene Bellezza, die Schönheit von Geist und Körper, spielte dabei eine wesentliche Rolle.

Ein Highlight der Schau ist zweifellos Leonardo da Vincis weltberühmte "Dame mit dem Hermelin" (1489/90), die nach langen Verhandlungen nach Berlin kommen wird. Neben der "Mona Lisa" hat Leonardo nur wenige andere Porträts gemalt. Die grazile Lady Cecilia war die Geliebte des Mailänder Herzogs Lodovico Sforza. Was wie eine Momentaufnahme wirkt, war dennoch ein inszeniertes Atelierbild.

Clou der Schau, die von der Gemäldegalerie ausgerichtet wird, - sie wird im Bode-Museum auf der Museumsinsel inszeniert. Wilhelm von Bode hatte das Haus seinerzeit als "Renaissance-Museum" entworfen, um Gemälde, Skulpturen, Zeichnungen und Münzen im feinen Zusammenspiel einer Epoche zu zeigen. Kooperationspartner ist das New Yorker Metropolitan Museum, das die Schau ab 19. Dezember zeigen wird. Es steuert etwa 20 Meisterwerke bei, aus dem Louvre, den Uffizien oder der National Gallery in Washington kommen weitere Exponate.

Auf die ausgefallene Präsentation darf man gespannt sein. Eine ausgefeilte Licht-Dramaturgie wird eine wesentliche Rolle spielen - 400 Spots sollen die einzelnen Objekte gezielt beleuchten, so dass "die Gemälde von innen heraus leuchten und ihre besondere Farbigkeit sichtbar wird", so Kurator Stefan Weppelmann.

Kaum verwunderlich, dass das Auswärtige Amt die Schirmherrschaft für dieses publikumsträchtige Prestigeprojekt übernommen hat. In globalisierten Zeiten ist die kulturelle Zusammenarbeit auf internationaler Ebene eben ein gutes Aushängeschild.