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Reaktionen auf die Freilassung des Künstlers in Berlin

Galerien In Berlin herrscht Freude über Ai Weiweis Entlassung. "Wir sind sehr erleichtert, dass Ai Weiwei wieder zurück bei seiner Familie ist und es ihm den Umständen entsprechend gut geht. Wir hoffen, dass auch der Verbleib seiner bis heute verschwundenen Mitarbeiter so schnell wie möglich aufgeklärt wird", heißt es in der Galerie neugerriemschneider, die ihn zuletzt ausgestellt hat. Galerist Alexander Ochs, der eine Galerie in Peking leitet, wertet dessen Freilassung als Erfolg der weltweiten Anteilnahme sowie der internationalen Aktionen und Appelle. "Das hat es noch nie gegeben, dass ein Künstler auf Kaution freigekommen ist." Chinas Regierung sei freilich nicht zu unterschätzen, aber im Falle Ai Weiweis habe sie nachgegeben. Für Ochs ist das ein "historischer Sieg aufgrund der anhaltenden Solidarität".

Wie es dennoch künftig mit Ai Weiweis Kunst und seinem Atelier in Peking weiterginge, unter welchen Umständen der Künstler tatsächlich arbeiten könne, all das würde sich erst in den nächsten Wochen zeigen. "Alles andere", so Alexander Ochs, "ist Spekulation". Dieser Tage hofft Ochs nun erst einmal auf ein Signal aus Peking. "Doch zuerst wird Ai Weiwei jetzt Ruhe brauchen und sich erholen müssen."

Universität der Künste Martin Rennert, Präsident der Universität der Künste (UdK), hat indes die Bundesregierung um Unterstützung gebeten. Der Künstler hat an der Universität eine Option auf eine Gastprofessur, die ihm im April angetragen wurde. Bei den Regierungskonsultationen mit China am 27. und 28. Juni müsse Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), so fordert Rennert, den Fall Ai Weiweis ansprechen. Dieses Anliegen hat er in einem Brief an Merkel und an Außenminister Guido Westerwelle (FDP) formuliert.