Fernsehen

RBB erinnert mit 30 Dokumentationen an die geteilte Stadt

Nichts prägt die Erinnerung so sehr wie Bilder, am besten: bewegte Bilder. Für die vergangenen Jahrzehnte gilt das umso mehr: Was nicht auf den Bildschirmen stattfindet, bleibt meistens unterhalb der Aufmerksamkeitsschwelle der Bevölkerung.

28 Jahre lang, von 1961 bis 1990, prägte die Mauer das Leben in Berlin - und kaum ein Motiv wurde in dieser Zeit in Deutschland häufiger gefilmt. Der Besuch am Todesstreifen gehörte zum Pflichtprogramm fast jedes Kamerateams. Mit einer neuen Reihe von 30 jeweils 15 Minuten kurzen Dokumentationen erinnert der RBB ab heute an das Leben in der geteilten Stadt - mit und vor allem auch trotz des "antifaschistischen Schutzwalls".

Jeweils montags bis donnerstags nach der Spätausgabe von RBB aktuell strahlt der Sender für Berlin und Brandenburg die Jahresweise geordneten Chroniken aus. Den Anfang macht heute Abend die Folge zu 1961, dem wichtigsten Jahr der Berliner Geschichte zwischen Weltkrieg und Wiedervereinigung. In jeder Folge kommen Zeitzeugen zu Wort, die mit ihren Erinnerungen den zahlreichen kurzen Filmsequenzen aus den Archiven der beteiligten Sender eine persönliche Note geben. Konsequent nimmt die Reihe, zu der viel Begleitmaterial im Online-Angebot des RBB zur Verfügung steht, Berlin sowohl aus der Ost- wie der West-Perspektive in den Blick. Die Serie ist in Kooperation mit dem WDR, der Bundesstiftung Aufarbeitung und sogar dem ZDF-Infokanal entstanden. Das Ergebnis sind konzentrierte kurze Filme, die gute Einblicke in die heute kaum mehr vorstellbare Zeit ermöglichen, als etwa Tiergarten und Mitte zwei verschiedene Welten waren und Menschen erschossen wurden, weil sie von Berlin nach Berlin wollten. sfk

RBB 22.15 Uhr, ab heute jeweils montags bis donnerstags