Spielzeitende

Jubel und Kritik: Ruhrfestspiele enden mit Besucherrekord

Jubel, wütende Kritik und Leserbriefschlachten in der Lokalzeitung: Nach einer der lebendigsten Spielzeiten seit Jahren enden die Ruhrfestspiele am Pfingstwochenende mit Open-Air-Konzerten von Umberto Tozzi (11.6.) und Nena (12.6.).

Intendant Frank Hoffmann bedankte sich am Freitag in einer Abschluss-Pressekonferenz für die "lebhaften Reaktionen". Bei einem neuen Besucherrekord von mehr als 81 000 Zuschauern (zum Vergleich: Im Vorjahr waren es 72 900) seien die geplanten Karteneinnahmen um rund eine Viertelmillion Euro übertroffen worden, sagte Verwaltungsdirektor Reinhard Strehlau.

Die Festspiele kreisten um den 1759 geborenen Dramatiker und Philosophen Friedrich Schiller. Bejubelt wurde die Eröffnungspremiere, bei der Hollywood-Star John Malkovich einen greisen Casanova gab - erstmals in Recklinghausen auch als Sänger mit knarzender Stimme. Flüchtende Zuschauer und teils herbe Kritik in den Leserbriefspalten gab es dagegen für eine Theaterversion von Wim Wenders' Kultfilm "Paris, Texas": Die Handlung kam nicht vom Fleck und der ausschweifende Gesang von Schauspielerin Heike Makatsch stieß auf ein sehr gemischtes Echo. Das sechswöchige Festival auf dem "Grünen Hügel" von Recklinghausen wird vom DGB mitfinanziert. Im Nachkriegswinter 1946/47 entstanden, gilt es als eines der renommiertesten Theaterfestivals in Europa. Das Budget beträgt rund sechs Millionen Euro.